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© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 16. März 2012

Den Glauben im Alltag erfahrbar machen

Besinnungstag KAB
Einkehr und Besinnung brechen die Wüste in uns auf


Am 3. März lud die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung zum Besinnungstag im Haus der Begegnung in Eisenstadt. Ausgehend von markanten Stationen der Bibel in denen Jesus immer wieder Gott oder Menschen begegnet, die durch diese Begegnung der Gegenwart Gottes gewahr werden, führte Pfarrer Mag. Norbert Filipitsch von der Wüste hinauf auf den Berg, zum Brunnen und nach Betanien.

Gott im Alltag bewusst zu erfahren ist neben Familie und Beruf nicht immer leicht. Viele Menschen tun sich schwer damit, sich von den täglichen Pflichten kurz loszueisen, sich eine Auszeit zu nehmen um in sich zu gehen und Gott zu spüren. Doch vielleicht ist gerade die Fastenzeit ein guter Ausgangspunkt, um zu erleben, dass sich auch im Alltag Glaubensräume auftun können, in denen Christinnen und Christen Gott erfahren. Mit kurzen filmischen Sequenzen half Mag. Norbert Filipitsch den Teilnehmern des Einkehrtages dabei, in das jeweilige Thema einzusteigen. Wüstenzeiten erlebten nicht nur die Israeliten bei ihrem Marsch durch die Wüste in das gelobte Land Kanaan, Jesus Christus begegnete dem Satan in der Wüste und Widerstand seinen Versuchungen. Und auch wir unterliegen den verschiedensten Versuchungen oder kommen an Stationen unseres Lebens, an denen wir zu zerbrechen glauben. Es ist sicher kein Zufall, dass wir in solchen Grenzerfahrungen Gott begegnen, wenn wir nicht krampfhaft Versuchen den Ist-Zustand festzuhalten, sondern loslassen können, um neu zu beginnen. Doch gerade dieses Loslassen Können fordert von uns viel, sich ganz auf Gottes neuen Weg einzulassen von dem wir nicht wissen, wo er uns hinführt. Vielleicht auf den Berg, wo viele wichtige biblische Ereignisse stattfanden, wie die Verklärung Jesu. Berge verbinden Himmel und Erde, wenn Jesus zu seinem Vater beten wollte, stieg er auf einen Berg. Im Tal hängen noch Nebelschwaden, vieles ist unklar, nebulos, undurchsichtig. Je höher wir auf den Berg steigen, desto höher wird die Chance, dass sich der Nebel lichtet und wir an Durchblick gewinnen. Wir können uns am Berg kurz ausrasten, innehalten, Atem schöpfen und Kraft tanken für den Abstieg in die Herausforderungen des normalen Alltags. Kurz Innehalten und Atem schöpfen, dafür sind Brunnen in einem trockenen Land wie Israel wohl die geeigneten Plätze. Schon im Alten Testament sind Brunnen Begegnungsorte und Treffpunkte, manche Hochzeit hat sich am Brunnen angebahnt. Brunnen sind Dank ihrer Wasservorräte Garanten des Lebens. Wer erfrischt mich, wer gibt mir Wasser, wo ist mein Brunnen? Glücklich ist, wem es gelingt, so einen Platz im Alltag zu finden um sich auszurasten und mit Jesus ins Gespräch zu kommen, der eine nie versiegende Quelle frischen Wassers und neuer Hoffnung ist. Er tankt unsere Seele auf mit neuem Lebensmut. Wer sich regelmäßig mit frischem Wasser stärkt, der ist für die Wüstenzeiten in seinem Leben gewappnet. In Betanien, bei Marta und Maria, der „zweiten Heimat“ Jesu, wird der Blick auf das Leben und sein Fest offenbar, auch und weil gerade Betanien eine Grenzregion zwischen Leben und Tod ist, wo sich ein barmherziger und liebender Gott den beiden Schwestern annimmt und ihren Bruder Lazarus zum Leben erweckt. Oder wie es Pfarrer Filipitsch ausdrückt: „Gotteserfahrungen im Alltag sind nicht nur möglich, sondern wirklich alltäglich. Es braucht nur eine Sensibilität in der Aufmerksamkeit und Offenheit, und dein Leben verwandelt sich. Lass dich von Gott verlocken.“

Judith Jandrinitsch