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© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Freitag, 14. September 2012

„Das Leben ist ein Weg, aber auch eine Wallfahrt“

60. ArbeiterwallfahrtVor 60 Jahren war die Distanz zwischen Arbeitern und Kirche groß. Die Arbeiterwallfahrt hat eine Annäherung ermöglicht. Heuer feierte sie Jubiläum. 16 Busse mit 745 Wallfahrern zog es nach Kärnten.

„Unser Leben ist ein Weg, aber auch eine Wallfahrt“, erklärt KAB-Seelsorger Ernst Pöschl bei der Messe in Pinkafeld zum Auftakt der 60. Burgenländischen Arbeiterwallfahrt. Für über 700 Burgenländer standen Weg und Wallfahrt auch heuer wieder in ursächlichem Zusammenhang. Pilger aus 91 Pfarren reisten an. Die meisten aus den Dekanaten Mattersburg, Güssing und Rechnitz.

Arbeiter und Kirche. Die Arbeiterwallfahrt ist so etwas wie der Dauerbrenner der diözesanen Wallfahrten. Heuer feiert man 60-jähriges Jubiläum. Insgesamt 69.000 Pilger haben in sechs Jahrzehnten teilgenommen. Viele davon dreißig, vierzig oder fünfzig Mal. Johann Harmtodt aus Neumarkt im Tauchental ist zum fünfzigsten Mal dabei. Seit 35 Jahren als Busverantwortlicher. Meistens sei alles gut gegangen, erzählt er. Nur einmal nicht. Da platzte dreimal an einem Tag der Reifen des Busses. Vor der heiligen Messe. Danach. Und auf der Autobahn. „Da bin ich geschimpft worden“, erzählt Harmtodt. Dabei spielen die Busverantwortlichen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Wallfahrt. „Sie sprechen im Vorfeld die Leute persönlich an und gehen von Haus zu Haus“, erklärt Ernst Pöschl. Zu Beginn sei die Wallfahrt als Zeichen der Wertschätzung für die Arbeiterschaft gedacht gewesen. „Die Arbeiter hatten aber damals wenig Kontakt zur Kirche“, erklärt Fritz Hackl aus Jennersdorf, ehemaliger Vorsitzender der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). In den Fünfzigerjahren seien die Arbeiter mehr vom Marxismus als von Kirche geprägt gewesen. Zur Arbeiterwallfahrt ließen sich aber viele überreden. „Wir als Kirche sind zu den Arbeitern gegangen und viele sind dann auch zur Kirche gekommen und dabei geblieben.“

Keine Lippenbekenntnisse. Dafür bedankte sich auch Bischof Ägidius Zsifkovics in seiner Predigt in der Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt. Dabei betonte er aber, dass „Reden und Tun oft auseinander gehen. Wir bekennen uns zwar als Christ, aber unser Herz ist entfernt davon.“ So werde man in der Welt als Christ unglaubwürdig. „Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben oft keinen Kontakt mehr zur Kirche. Der Sinn des Lebens wird oft in Drogen, Alkohol und im Genuss gesucht. Die Folgen für die Gesellschaft sind verheerend, weil sie verwahrlost und orientierungslos ist.“ Dabei stellte Bischof Ägidius die Frage: „Ist mein Christ-Sein nur ein leeres Lippenbekenntnis, Fassade äußeren Tuns der Tradition oder bin ich im Alltag bemüht, ein Christ mit Überzeugung zu sein?“

„So viele Menschen.“ Begonnen hat die Wallfahrt vor sechzig Jahren übrigens mit 136 Teilnehmern. Später hat sich die Anzahl der Pilger gesteigert. Die Hochzeit der Wallfahrt war Mitte der siebziger, anfang der achtziger Jahre. Über 2.000 Wallfahrer im Schnitt nahmen ein gutes Jahrzehnt hindurch teil. Mit dem Höhepunkt 1979 in Maria Elend und Klagenfurt mit über 2.600 Pilgern. Kein Wunder, dass es auch heuer wieder nach Kärnten ging. Die Zahl hat sich zwar seit Jahren auf knapp unter 1.000 Teilnehmer verringert, was aber noch immer keinem Vergleich scheuen muss. „Wir hier in Kärnten blicken neidvoll darauf, dass so viele Menschen auf Wallfahrt gehen können“, zeigte sich der Dompfarrer der Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt, Markus Mairitsch, begeistert.

Arbeiterwallfahrt 2012 - Fotoalbum …