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© Diözese Eisenstadt/Gerald Gossmann

Donnerstag, 6. August 2015

Tag der Arbeitslosen - Arbeitslosigkeit im Blick

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Die Katholische Arbeitnehmerinnenbewegung (KAB) der Diözese Eisenstadt möchte nicht nur den Tag der Arbeit feiern, sondern auch auf die vielen Arbeitslosen aufmerksam machen. Im Eisenstädter Haydnbräu wurde über Lösungsansätze diskutiert.

Rund 473.000 Personen waren in Österreich Ende März ohne Job. Mehr als 13.000 waren es im Burgenland. Grund genug für die KAB, eine prominente Diskussionsrunde zusammenzustellen. "Wir wollen den Tag der Arbeit nicht nur feiern, sondern uns auch um die vielen Arbeitslosen kümmern", betont Hildegard Weinreich, Diözesansekretärin der KAB.

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit steigen.
Dazu wurden auch Menschen ohne Beschäftigung eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen. "Der Mensch braucht nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch ein Dach über der Seele. Er braucht etwas, das ihm Halt gibt", betonte Pastoralamtsleiter Michael Wüger und sprach damit den sinnstiftenden Charakter von Arbeit an. KAB Seelsorger Ernst Pöschl schlug in die selbe Kerbe. Er erlebe oft, wie Burschen und Mädchen ganz verzweifelt seien, weil sie keine Arbeit haben. "Manche sehen gar keinen Sinn mehr und denken, dass sie zu nichts zu gebrauchen sind." Ernst Pöschl engagiert sich seit Jahrzehnten für schlecht ausgebildete Jugendliche, um ihnen den Start ins Berufsleben zu ebnen. Was aber gar nicht so leicht ist. "Die Beschäftigung in Österreich steigt zwar von Jahr zu Jahr, aber das tut auch die Arbeitslosigkeit", erklärte Arbeiterkammerpräsident Alfred Schreiner. Manfred Breithafer vom AMS sieht einen Grund dafür in der schwachen Konjunktur. "Wir bräuchten ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent, es liegt aber nur bei 0,8." Sein Vorschlag: "Ich finde es falsch, wenn in schlechten Zeiten gespart wird. Da müssen Aufträge der öffentlichen Hand her. Die Wirtschaft muss angekurbelt werden."

Grundeinkommen.
Was immer wieder bemerkt würde. Die höchste Arbeitslosigkeit gibt es bei Pflichtschulabsolventen. "Jede Ausbildung, die über den Pflichtschulabschluss hinausgeht, erhöht die Chance, in den Arbeitsmarkt einzusteigen", appellierte Breithafer. Richard Mikats von der KAB plädierte dazu für eine Verkürzung der Arbeitszeit. Diese berge aber auch Gefahren, entgegnete Christian VIasich vom Umschulungszentrum Neutal: "Was, wenn Arbeitnehmer dann gezwungen sind, in weniger Zeit mehr zu leisten und gar nicht mehr Leute angestellt werden?" Auch die Bewertung von ehrenamtlicher Arbeit war Thema. Die KAB spricht sich dafür aus, dass bisher unbezahlte Arbeit der traditionellen Lohnarbeit - in Verbindung mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wertmäßig gleichgestellt wird.